Daito Manabe ist ein japanischer visueller Künstler. Für seine Werke macht er sich oft neuste Technologie zu Nutzen. Hier ein Projekt als beispielhafte Mischung aus iPads, visuals, Tanz und elektronischer Musik:
Beim Übergang 3:50 läuft es mir kalt den Rücken hinunter – unglaublich! Die Musik stammt von Ametsub und wurde eigens für dieses Projekt geschrieben. Für mich ist das ein Exempel wie sich Visuelles perfekt mit Auditivem ergänzen kann.
Pogo (aka Nick Bertke) mischt alte Medien neu! Und das klingt einfach super. Hier ein Beispiel von Disneys Schneewittchen. Alles was man hier hört, ist in irgend einer Weise aus dem Film herausgeschnitten und als Sample wieder zusammengefügt worden.
Ich empfehle besonders auch noch Alice im Wunderland. Auf seiner Website sind neben allen Songs auch noch 3 Making-Ofs zu finden.
Was ist Sounddesign? Die Frage wird sich wohl noch niemand gestellt haben, der sich nicht mit elektronischer Musik auseinander gesetzt hat. Doch ich finde es ein “nice-to-know” Aspekt, da wir täglich mit Musik in Berührung kommen, hinter denen auch so genannte “Sounddesigner” stehen.
Grundsätzlich ist Sounddesign das “Was” beim Musikmachen. So spiele ich etwa Schlagzeug – doch bevor ich das tun kann, stehe ich vor einer Reihe von Entscheidungen: Was für ein Schlagzeug will ich? Welche Marke? Was für Trommeln? Welche Grösse? Welche Felle passen dazu? Das “Was” ist also letztlich das Instrument, und was ich daraus mache ist das “Wie”. Sounddesigner machen Instrumente – grob gesagt. Sie formen in kreativer Weise Wellen, die von elektronischen Oszillatoren kommen. Ein beliebtes Werkzeug dafür ist der Syntheziser (digital oder analog). Prinzipiell kann man aber auch von Sounddesign reden, wenn man ein Gitarrensignal durch mehrere Effektgeräte durchlaufen lässt.
Ich möchte im folgenden an einem Beispiel ganz kurz und auch nichtmusikerfreundlich illustrieren, was digitales synthetisches Sounddesign ist. Dazu versuche ich die ersten Sekunden von Tychos “A Walk” zu reproduzieren:
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Als erstes erstelle ich einen Oszillator, der mir eine normale Sinus Wellenform generiert. Diese Wellenform führe ich noch durch einen Filter, damit die höchsten Frequenzen abgeschnitten werden, da es sonst ein ohrenunfreundliches Piepsen wäre. Das Resultat klingt etwa so:
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Ja, das klingt wirklich noch nicht wie das Original – aber der Grundstein mit der Sinuswelle ist auf jeden Fall schon getroffen. Dass die Töne ausklingen, regelt man mit einem s.g. ADSR Envelope. ADSR steht für Attack, Decay, Sustain und Release. Attack, Decay und Release sind Zeitwerte in Sekunden. Je höher die Attackzeit, desto länger geht es, bis der Ton erklingt, sobald ich eine Taste drücke. Folglich erhöhe ich bei unserem Beispiel einfach den Decaywert, da wir den Ton ausklingen lassen wollen, sobald die Taste losgelassen wird:
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Nun wollen wir noch den typischen Tycho-Verzerrer hinzufügen. Dafür kann man z.B. ein Effektgerät nehmen und das Audiosignal durchführen. Das klingt dann etwa so:
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Wenn wir das aber beim Original hören, dann erklingt der Verzerrer erst, wenn wir die höheren Töne anspielen. Dazu kommen nun verschiedene Modulationsmöglichkeiten in Frage. Ich habe mich entschieden, das so zu lösen, dass ich den Verzerrer beauftrage, dass je höher ein Ton ins Effektgerät kommt, je mehr Verzerrung soll er mir hinzufügen. (Eine andere Möglichkeit wäre z.B. je fester eine Taste angespielt wird, desto höher ist die Verzerrung. Also muss der Musiker in den höheren Tönen die Taste fester anspielen um dem Original nahe zu kommen). Bis jetzt klingt es so:
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Ich hab zu guter letzt noch einige Anpassungen vorgenommen und noch einen Halleffekt hinzugefügt:
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im Vergleich zu
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Das Original ist natürlich viel ausgereifter, aber für eine Annäherung innerhalb von 15 Minuten gar nicht mal so schlecht.
Das ganze wurde mit Reason 6 erstellt und so sieht das erzeugte Instrument etwa aus:
Das ist kein CD-Review sondern ein Tipp für den Donnerstagmorgen: Caroline Keatings Debutalbum Silver Heart. Ihre Songs erzeugen eine grosse Spannung zwischen verspieltem, manchmal kindlichem, verträumtem, unschuldigem Songwriting und doch zu tiefst bewegendem Piano- und kräftigem Gesangsspiel. Ja! Was für eine Stimme!
Kurzum: Frischer Wind im Singer-Songwriter Land und definitiv ein Geheimtipp, wer über den Tellerrand von populärer Wiederkäuermusik hinausblicken will.

Das Album kann auf Bandcamp kostenlos angehört werden. Ich empfehle natürlich eine Vorbestellung der CD. Für 16 kanadische Dollar (mit Versand in die Schweiz) gibts das Album inkl. “a limited edition print (8.5 x 14) by Jack Dylan”. Mein Exemplar ist gesichert!
Caroline – t’as trés bien fait!
Heute zeige ich euch einfach mal unser Home-Studio:
Wenn genauere Informationen zum Equipment interessieren, schreibt mir das und ich liefere es die Tage nach.
Bald folgen auch ein paar Sounddemos.
Mateo Pascual hat mit dem Soundtrack zu Commandos 2 ein wahres Meisterstück geschrieben. Das Werk wurde sogar speziell als Soundtrack auf CD gepresst, wobei diese aber schon längst vergriffen ist. Ich darf mich zu den glücklichen Besitzern einer Kopie zählen.
Das Spiel versetzt den Spieler als Taktikkommandeur über eine Spezieltruppe in den zweiten Weltkrieg hinter die feindlichen Linien. Hier muss die Gruppe verschiedenste Aufträge inkognito erledigen. Die Musik übernimmt eine zentrale Rolle in der Atmosphärengestaltung des Spiels – ohne die Musik wäre Commandos 2 nur ein halb so gutes Spiel. In vollem Ernst – der Soundtrack ist etwas vom Besten was mir je zu Ohren gekommen ist. Deswegen gibts jetzt auch ein paar Beispiele:
I Don’t Want To Remember
Back To Base (Wie genial ist 0:15?)
A Storm Is Coming (Beim Frauengesang um 0:57 läuft es mir immer kalt den Rücken runter)
Dawn At Savo Island
Passend zum La Catrina Dienstag, gibt es heute was zum Día de los Muertos. Grim Fandango von LucasArts basiert ganz stark auf der Totenkultur Mexikos. Als Manny Calavera durchschreiten sie vier Jahre das Totenreich um in eine Art Paradies zu gelangen. Doch das Totenreich ist geprägt von Mord (man wird nicht getötet, sondern gespriesst), Korruption, Sehnsucht und Revolution. Meiner Meinung nach das beste Adventure mit packenster Atmosphäre, das ich je spielen durfte. Ein Muss für jeden Adventurefan!
Big Band, BeBop and Bones nennt sich der Soundtrack und trifft den Nagel auf den Kopf. Das ist Musik, die man auch einfach so hören kann. Leider sind die einzelnen Songs recht kurz geraten, was natürlich am Wesen des Adventures liegt. In diesem Sinne – Un, dos, tres, quatros!
Compañeros
Bone Wagon
Mr Frustration Man
Beautiful!
Der Montag bringt einen wieder etwas betagten Soundtrack: Age of Empires
Stephen Rippy war als “music director” für die Age of Empires Reihe seit dem ersten Teil für den Soundtrack verantwortlich. Age of Empires nimmt den Spieler als Strateg auf eine Reise durch die Menschheitsgeschichte. Rippy hat es geschafft, die jeweilige Periode mit hervorrand passender Musik zu untermauern. Das ist ihm u.a. vorallem deswegen so gut gelungen, weil er sich intensiv mit den Instrumenten der jeweilgen Zeitabschnitten beschäftigt hat. So hat er für Age of Empires 2 z.B. mittelalterliche Trommeln, Lauten etc. digital gesampelt und dann so die geschriebenen Lieder gespielt. (Sampeln meint der Prozess, durch welchen man aufgenommene Töne eines Instruments mittels MIDI Keyboard ansteuert und so das Instrument gleichsam spielt).
Hier zwei Beispiele:
Age of Empires 1
Age of Empires 2
Bis und mit nächsten Sonntag werde ich acht wunderbare Gamesoundtracks vorstellen. Es gibt tatsächlich Computer- und Konsolenspiele, die über hervorragend produzierten Soundtrack verfügen oder einfach sehr ohrwurmig sind.
Anfangen will ich zwar nicht unbedingt mit einem Produktionsschmaus. Doch die drei folgenden minimalistischen Lieder der ersten Generation Gameboyspielen haben es einfach in sich:
Tetris
Es ist wohl unmöglich diese Melodie nicht zu kennen. Aber schon gewusst, dass Tetris Track A auf einem russischen Volkslied namens Korobeiniki basiert? Man höre:
Super Mario Land
Hier mein absoluter Favorit aus dem ersten Super Mario Teil. Ich kann mich noch daran erinnern, das Spiel nur bis zu diesem Level durchgeboxt zu haben, um dann das Lied in Endlosschlaufe laufen zu lassen.
Eine Playlist aller Levelsongs gibts hier.
Motocross Maniacs
Genial! Mehr kann ich dazu nicht sagen – könnte definitiv als Sample dienen.
Wunderbarer ambient electro, den ich im offiziellen Reason Forum gefunden habe: Decommunication. Der Kopf hinter dem Projekt ist ganz offensichtlich von Tycho und Boards of Canada inspiriert. Es ist immer wieder schön, welch grossartige Talente man einfach so im Internet findet, die dann auch noch ihre ganze Musik in guter Qualität (320!) zum herunterladen anbieten.
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Wer mehr hören möchte: Decommunication auf Bandcamp
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