Wunderbarer ambient electro, den ich im offiziellen Reason Forum gefunden habe: Decommunication. Der Kopf hinter dem Projekt ist ganz offensichtlich von Tycho und Boards of Canada inspiriert. Es ist immer wieder schön, welch grossartige Talente man einfach so im Internet findet, die dann auch noch ihre ganze Musik in guter Qualität (320!) zum herunterladen anbieten.
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Wer mehr hören möchte: Decommunication auf Bandcamp
Muss man einfach kennen:
“Tame Impala make psychedelic hypno-groove melodic rock music” – tameimpala.com
Eigentlich will ich gar nicht allzu viele Worte über Tame Impala verlieren, da ich mit dieser uneingeschränkten Bandempfehlung wohl schon bei so manchem die Ohren blutig geredet habe. Tame Impala sind jung, frisch und beschäftigten sich dennoch voll und ganz mit dem psychedelischen 60′s Rock. Dass die Band streng gesehen ein Soloprojekt ist, mag zunächst verwundern. Doch wenn man sich etwa das Stück “Alter Ego” anhört, merkt man wie unglaublich präzise alle Instrumente auf einander abgestimmt sind und zusammen eine ungeheure Kraft auslösen. Eine Kunst, die am leichtesten von einem Songwriter zu meistern ist, der alle Instrumente selbst beherrscht: Hut ab! Kevin Parker (im Bild im Hintergrund) hat alle Lieder geschrieben und die Demos dafür gänzlich in eigener Regie aufgenommen.
Einem breiten Publikum wurde die Band spätestens letztes Jahr mit der Veröffentlichung von Innerspeaker bekannt. (Und ich habe leider erst viel zu spät von ihr Wind bekommen, sodass ich sie zwei mal in der Schweiz verpassen musste!) Nach EP, Debutalbum und mehreren Tourneen rund um die Welt, ist es mittlerweile still um Tame Impala geworden. Womöglich (bzw. hoffentlich) werkelt Parker an neuen Songs oder geniesst einfach mal wieder die Ruhe nach dem ganzen Hype.
Wer aber, wie ich, noch nichts von dem Quartett mitgekriegt hat, der muss sich Innerspeaker anhören. Pflicht – daher folgen jetzt zwei Songempfehlungen:
Half Full Glass of Wine (auf Innerspeaker Limited Edition oder Tame Impala EP)
Alter Ego (Innerspeaker)
PS: Nein, in Alter Ego ist die Leitmelodie kein Syntheziser! Wen das Equipment interessiert, der folge diesem Link.
Mit Dive taucht man wörtlich in eine ganz andere Welt. Ein Album, welches fast gänzlich auf Gesang verzichtet – erst beim vierten Lied ruft eine Frauenstimme auf zu tauchen: “Dive!” Wir springen in eine Welt von verträumten Synthezisers, welche immer wieder klug mit simpler und dezenter akustischer Gitarre vermischt werden. Ganz in der Tradition von Ambiente untermalen Klänge wie das Rauschen von Meereswellen die Lieder. Die Nähe zum Wasser wird nur schon durch die Liedtitel klar: Dive, Coastal Break, Adrift.
Tycho (Scott Hansen) schafft mit Dive ein beeindruckendes, nicht überfülltes Album, welches danach schreit, von Anfang bis Ende ohne Pause durch gehört zu werden. Erst dann entfalten sich die Einfachheit und Monotonie in einem wahrlichen Tagtraum. Der Zugang mag zu Beginn angesichts der langen Lieder (das dem Album den Namen gebende Dive ist über acht Minuten lang) sowie der Absenz vom klassischen Gesang schwer erscheinen. Aber nach mehrfachem Hören gelingt es, das “Thema” eines jeden Liedes zu identifizieren.
Eine Liedempfehlung ist angesichts des fast schon konzeptartigen Albums eigentlich sinnlos. Daher schlage ich vor, das erste Lied “A Walk” bewusst (z.B. durch sich Hinlegen und Augenschliessen) zu hören. Wer den Weg weiter gehen will, dem kann ich das Album nur wärmstens ans Herz legen. Selten wird derart kluge und unkonventionell Musik von nur einem Menschen geschrieben. Für mich ein idealer, warmer und moderner Soundtrack für den Herbst.
PS: Ja, ich habe das gleiche Lied schon im ersten Artikel verlinkt. Das Bild des Studios ist übrigens das Reich des Herrn Tycho und macht neidisch.
Noch ein Blog? Ja! Über was? Musik!
Und das im ganz allgemeinen Sinne. Während sich viele Blogs spezialisiert auf z.B. Alternative haben, versuche ich verschiedenste Bereiche anzusprechen. Dabei wird es aber nicht einfach nur bei CD Reviews und Empfehlungen bleiben. Vielmehr möchte ich auch Einblick in die Entstehung von Songs geben – sei es im elektronischen Bereich oder etwa bei Aufnahmen. Zusätzlich versuche ich auch, kleinere Konzerte revue-passieren zu lassen (z.B. die monatliche La-Catrina Hausband). Abgerundet wird das Ganze mit philosophischen (u.a. ästhetischen) Texten über Musik und Gesellschaft.
Welche Gedanken stehen hinter dem Blog? Ich habe seit Längerem das Bedürfnis über Musik zu schreiben und will mir dabei keine Einschränkungen auferlegen. Das Schreiben soll dabei dienen, Musik zu explizieren. Dies besonders deswegen, weil ich der Meinung bin, dass heute viele Leute nicht mehr richtig Musik hören. Es fällt auf, dass viele nicht mehr den Wert eines Albums kennen, geschweige überhaupt ganze Alben als in sich geschlossene Werke hören und wertschätzen. Vielleicht kann ich den einen oder anderen dazu bewegen, genauer hinzuhören und nicht nur zwischen Angel und Tür Musik über iPhone und Ohrstöpsel zu geniessen.
In diesem Sinne: Nadel in die Rille, Speed 33, Kopfhöhrer auf und eintauchen.

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